ABSCHALTEN …



Es ist schon ein seltsamer Beruf, mit einer Kamera in das Leben anderer zu schauen, um es Dritten zugänglich zu machen. Nicht nur meinen Protagonisten kann die Indiskretion dieser Absicht zuweilen unangenehm werden.Was geht andere an? Was ist privat? Was intim?

Während über zehn Jahren dokumentarischem Arbeiten stelle ich immer wieder fest, dass persönliche Momente bei denen ich meine Kamera ausschalte, für meinen Film mindestens genau so wichtig sein können, wie die Momente die ihn schlussendlich ausmachen.

Intensive Dokumentarfilme sind Filme die es schaffen Nähe aufzubauen. Das gegenseitige Vertrauensverhältnis zwischen Protagonist und Filmemacher ist der Schlüssel für den Blick unter die Oberfläche. Aber nahe ran kommt nur der, der selber Nähe zulässt. Nur wer sich selber zeigt und mit Sensibilität der Lebensrealität seines Gegenübers begegnet, der erhält Vertrauen und somit vielleicht ernsthaft Zutritt.

Die Filme, die Sie hier finden, haben neben meiner Beteiligung eins gemeinsam: Sie legen Wert darauf, dass Realität erzählen eine persönliche Angelegenheit ist - für alle Beteiligten. Nur wenn wir uns für andere interessieren, sie ernst nehmen und versuchen uns selbst in ihnen wiederzufinden, macht Dokumentarfilm Sinn und Spass. Alles andere ist Fast Food.


L.S.

DAS PALAIS BEAUHARNAIS

(Dokumentarfilm | 40 min | 2014)

Eine ganze Weile durften wir in dieses faszinierende und prächtige Haus in Paris einziehen, um meinen ersten historischen Film zu drehen, über die Residenz des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland in Frankreich.

Es war ordentlich aufregend mit viel sperriger Technik in Räumen zu drehen, in denen jede Vase schon mal in Napoleons Hand hätte gewesen sein können. Zerstört haben wir dabei zum Glück nichts, aber wundervolle Bewohner - lebende und verstorbene - kennengelernt.

Und wir haben festgestellt, dass die Bewohner des Palais Beauharnais vor 300 Jahren mehr mit uns heute gemein hatten, als wir zu vermuten gewagt hätten. So konnten wir anhand der heutigen Bewohnern schlicht auch die von damals spürbar machen - ganz ohne albernes Reenactment.

Es war eine spannende Zeitreise und es wurde ein schöner Film - besonders dank Mareks Bildern.


BUCH, REGIE, MONTAGE
Lukas Schmid

KAMERA
Marek Iwicki
Lukas Schmid

MIT
Botschafterin Dr. Susanne Wasum-Rainer
Dr. Ulrich Leben
Farideh Afshar
Michel Pierre Isinger
Tobias Hellmann
Thomas Schipanski
&
Premierminister Jean-Marc Ayrault

SPRECHER
Gert Heidenreich

MUSIK
Julian Heidenreich

BUCH, PRODUKTION
carpe diem Film & TV Produktion Saarbrücken
Barbara Wackernagel-Jacobs

LA BRASS BANDA


(Dokumentarfilm | 65 min | 2014)

Auf gar keinen Fall mein eigener Film, aber einer auf den stolz bin, auch wenn ich nur einen Drehtag beitragen durfte.

David Spaeth, mein Mitbewohner aus dem Filmstudium, hat das vermeintlich Unmögliche geschafft und einen schönen Film für einen deutschen Privatsender (!) gedreht, der jeder strengen dokumentarischen Qualitätsprüfung standhält und dafür nicht nur mit einer Vorführung auf dem DOK.fest München belohnt wurde. Wunder geschehen - das macht Hoffnung …


BUCH, REGIE
David Spaeth

KAMERA
Pascal Schmit
Sebastian Bäumler
Lukas Schmid

TON
Bertin Molz
Yannic Schwerdtfeger

MONTAGE
Georg M. Fischer

PRODUKTION
Servus TV

PRODUZENT
Philipp Wundt, 2nd level films GmbH

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