ABSCHALTEN …



Es ist schon ein seltsamer Beruf, mit einer Kamera in das Leben anderer zu schauen, um es Dritten zugänglich zu machen. Nicht nur meinen Protagonisten kann die Indiskretion dieser Absicht zuweilen unangenehm werden.Was geht andere an? Was ist privat? Was intim?

Während über zehn Jahren dokumentarischem Arbeiten stelle ich immer wieder fest, dass persönliche Momente bei denen ich meine Kamera ausschalte, für meinen Film mindestens genau so wichtig sein können, wie die Momente die ihn schlussendlich ausmachen.

Intensive Dokumentarfilme sind Filme die es schaffen Nähe aufzubauen. Das gegenseitige Vertrauensverhältnis zwischen Protagonist und Filmemacher ist der Schlüssel für den Blick unter die Oberfläche. Aber nahe ran kommt nur der, der selber Nähe zulässt. Nur wer sich selber zeigt und mit Sensibilität der Lebensrealität seines Gegenübers begegnet, der erhält Vertrauen und somit vielleicht ernsthaft Zutritt.

Die Filme, die Sie hier finden, haben neben meiner Beteiligung eins gemeinsam: Sie legen Wert darauf, dass Realität erzählen eine persönliche Angelegenheit ist - für alle Beteiligten. Nur wenn wir uns für andere interessieren, sie ernst nehmen und versuchen uns selbst in ihnen wiederzufinden, macht Dokumentarfilm Sinn und Spass. Alles andere ist Fast Food.


L.S.

DER GROSSE PLAN

(Dokumentarfilm | 50 min | 2014)

Der Film wird am 6.11.2014 um 20.05 Uhr im Schweizer Fernsehen DOK gezeigt

Die Architektin und Naturschützerin aus Leidenschaft Corinne Itten hat einen ehrgeizigen Plan: Zum Schutz eines noch unberührten Gebietes der Kalahari-Wüste im Südwesten Botswanas will sie ein nachhaltiges Tourismus-Projekt lancieren. Das Konzept soll zusammen mit den dort beheimateten Buschleuten entwickelt werden, um auch ihnen eine bescheidene wirtschaftliche Perspektive zu eröffnen. Die Gründerin einer privaten kleinen Hilfsorganisation hat zwar mit Projekten zum Schutz der Tierwelt einige Erfahrung, hier betritt sie jedoch ein völlig neues Terrain: Zum ersten Mal muss sie sich auch mit afrikanischen Dorfbewohnern auseinandersetzen…

Als der Sören Senn mich fragte, ob ich Lust hätte mit ihm diesen Film zu drehen, da kannten wir uns kaum. Nach 6 Wochen gemeinsam im Zelt sind wir mehr als ein Team geworden. Ich hoffe das war nur unser erster und nicht der letzte gemeinsame Film.

BUCH, REGIE
Soeren Senn

KAMERA
Lukas Schmid

PRODUKTION

cineworx

DEUTSCHLAND IM SPIEGEL DER GEGENWART

(Dokumentarfilm | 55 min | 2014)

Der Film wird am 1.10.2014 um 22.00 Uhr auf arte gezeigt.

Immer wieder beschäftigen sich Künstlerinnen und Künstler mit Deutschland und geben Einblicke in Themen und Stimmungen des Landes. Deutschland im Spiegel der Gegenwartskunst – das sind viele Werke, die kein festes Bild ergeben. Wie auch? Ein Land ist immer in Bewegung, die Sichtweisen unterschiedlich. Der Film macht sich auf eine Reise und stellt einige Werke und Künstler vor – darunter Gerhard Richter, Katharina Sieverding, Joseph Beuys, Thomas Demand, Jörg Immendorff, Hans Haacke, Thomas Kilpper, Cornelia Schleime, Christoph Schlingensief.

In den Statements der Künstler und Kuratoren schwingt immer auch die Frage nach der nationalen Identität mit, wie sich Deutschland durch Globalisierung und Migration in den letzten Jahren und Jahrzehnten verändert hat und sich neuen Herausforderungen stellen muss. Anlässlich des 65. Geburtstages der Bundesrepublik Deutschland und des 25. Jahrestages des Mauerfalls wirft der Film einen „Blick zurück nach vorn“ und zeigt, wie sich ein Land in der Kunst spiegelt.

BUCH, REGIE
Maria Anna Tappeiner

KAMERA
Lukas Schmid

TON
Ulla Kösterke

PRODUKTION
Tag/Traum

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