LUKAS SCHMID

DOKUMENTARFILM

Regie | Kamera | Schnitt

ABSCHALTEN …

2nd April 2010

Es ist schon ein seltsamer Beruf, mit einer Kamera in das Leben anderer zu schauen, um es Dritten zugänglich zu machen. Nicht nur meinen Protagonisten kann die Indiskretion dieser Absicht zuweilen unangenehm werden. Was geht andere an? Was ist privat? Was intim?

Während über zehn Jahren dokumentarischem Arbeiten stelle ich immer wieder fest, dass persönliche Momente bei denen ich meine Kamera ausschalte, für meinen Film mindestens genau so wichtig sein können, wie die Momente die ihn schlussendlich ausmachen.

Intensive Dokumentarfilme sind Filme die es schaffen Nähe aufzubauen. Das gegenseitige Vertrauensverhältnis zwischen Protagonist und Filmemacher ist der Schlüssel für den Blick unter die Oberfläche. Aber nahe ran kommt nur der, der selber Nähe zulässt. Nur wer sich selber zeigt und mit Sensibilität der Lebensrealität seines Gegenübers begegnet, der erhält Vertrauen und somit vielleicht ernsthaft Zutritt.

Die Filme, die Sie hier finden, haben neben meiner Beteiligung eins gemeinsam: Sie legen Wert darauf, dass Realität erzählen eine persönliche Angelegenheit ist - für alle Beteiligten. Nur wenn wir uns für andere interessieren, sie ernst nehmen und versuchen uns selbst in ihnen wiederzufinden, macht Dokumentarfilm Sinn und Spass. Alles andere ist Fastfood.


L.S.

THE HEART IS A HUNGRY HUNTER

2nd April 2007

(Dokumentarfilm|80 min|2013)

Dies ist kein Hinweis in eigener Sache, sondern vielmehr auf einen schönen Film von Sandra Prechtel, bei dem ich die zweite Kamera führen durfte. The Heart is a Hungry Hunter ist Sandras intensives Portrait über eine wenig bekannte Ikone des Deutschen Kinos: Roland Klick. Mir war es eine Ehre, einen der in meinen Augen herausragendsten Regisseure Deutschlands kennen zu lernen - und dabei zu vermuten, dass der Wahnsinn wohl zum Filmemacher gehört, wie das frühe Aufstehen zum Bäcker…

Es freut mich riesig für Sandra, dass es dieser Film nicht nur auf die Berlinale schaffte, sondern auch noch auf vielen anderen Festivals gesehen wird: achtung Berlin, Filmfest Hamburg und in meiner Heimat beim NIFFF.


Regie
Sandra Prechtel

Darsteller
Roland Klick, Eva Mattes, Otto Sander, Hark Bohm, David Hess, Jost Vacano

Kamera
Susanne Schüle, Lukas Schmid

Schnitt
André Nier

Redaktion
Udo Bremer, Daniel Schössler

Eine Produktion der
Filmgalerie 451 - Berlin
In Zusammenarbeit mit
ZDF/3sat

GUATEMALA

2nd April 2005

(Fingerübung|5 min|2013)

… bloss ein kleiner Test meiner neuen Canon C300 , den ich mit meinem Nachbarn, Freund und Fotografen Alex Trebus in Guatemala drehen durfte. Wir waren in Sachen “Kaffee” unterwegs und es war ein wahnsinniges schönes Shooting. Dieses Material ist allerdings ein Seitenprodukt und natürlich nicht der eigentliche Auftrag.

Auf der Suche nach dem idealen Ausblick auf eine abgelegene Kaffeeplantage, fuhren wir auf einer frisch asphaltierten Schnellstrasse, an deren Rand unzählige Kinder standen und freudigst den vorbeirasenden Autos zuwinkten. Auf unsere verwunderte Nachfrage meinte der Fahrer: “Sie winken, weil die Strasse früher schlecht war und sie die Schlaglöcher aufgefüllt haben. Zum Dank haben Reisende ihnen Münzen aus dem Fenster zu geworfen. Heute wirft niemand mehr was. Sie brettern nur noch vorbei. Der Fortschritt hat immer zwei Seiten…”

Kamera, Montage
Lukas Schmid

Musik
Hanin Elias

IMMER RICHTUNG OSTEN

20th Oktober 2003

(Dokumentation|45 min|2012)

Ein kleiner Film zu Fuß, von Breslau (Polen) nach Lemberg (Ukraine), mit dem Schriftsteller Wolfgang Büscher, den wir 700 km wandernd begleitet haben. Der Film steht in voller Länge in der ZDF-Mediathek bereit.

Kamera
Marek Iwicki & Lukas Schmid

Schnitt
Konrad Kirstein

Produktion
Knudsen&Streuber Medienmanufaktur, Berlin

Redaktion
Christian Dezer

Regie
Lukas Schmid

Gezeigt
10. Juni 2012 im ZDF

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BIRDSNEST

2nd April 2000

(Werbung Siemens|4 min|2011)

… und dann muss man doch auch Geld verdienen - aber selten so angenehm wie bei diesem Siemens-Projekt. Dass eine Marke mit einem globalen Auftritt sich weltweit an widerspenstige Dokumentaristen wendet, könnte schon fast ein Weltbild verändern… Uns hat dieses kleine Projekt jedenfalls viel Freude bereitet; Werbung hin oder her. Die Filme der Dokumentarfilm-Kollegen rund um die Welt, sind auch unbedingt einen Blick wert.

Regie, Kamera & Schnitt
Tom Streuber & Lukas Schmid

Musik
Hanin Elias

Produktion
Knudsen & Streuber Medienmanufaktur

Agentur
virtual identity

DER EUROPAKOMPLEX

2nd April 1998

(Dokumentarfilm|90 min| 2011)

Der Film bewegt sich in Europa und begleitet 10 Protagonisten in unterschiedlichen europäischen Städten und Regionen. Er folgt deren Arbeit, Reisen und Engagement, erspürt ihre Ansichten und Haltungen zu Europa und fokussiert Themen: den Kontinent Europa mit seiner Kultur, das politische Europa mit seinen Institutionen und seiner Komplexität, die kriegerische Historie, die Vielfalt, aber auch die Krisen und Verwerfungen der jüngeren Zeit und die zukünftigen Herausforderungen. Der Film will nicht tagesaktuell kommentieren, sondern tritt eher einen Schritt zurück, um noch einmal auf das Ganze zu schauen – was bei der tagesaktuellen Betrachtung häufig zu kurz kommt.

Einen Film mit meinem alten Mitbewohner David Spaeth aus dem Filmstudium herzustellen, war längst nötig. Nun gibt es ihn und kürzlich hat er auch noch seinen Sendeplatz gefunden: Dank der wackeren Produzentin Barbara.

Kamera
Lukas Schmid, Gero Kutzner, Daniel Möller & Jan Tretschok

Schnitt
David Spaeth & Lukas Schmid

Produktion
Barbara Wackernagel-Jacobs, carpe diem, Saarbrücken

Regie
David Spaeth & Lukas Schmid

Gezeigt
Filmfestival GZ DOC in Guangzhou, China 2010
Filmfestival Max Ophüls ‘Saarland Medien präsentiert’ 2010
ZDF 2010

24 STUNDEN SÜDAFRIKA

2nd April 1996

(Echtzeitdoku|1440 min|2010)

24 Stunden Südafrika ist nicht politisch. Es mahnt nicht, es romantisiert nicht, es bewertet nicht. Es beobachtet. Es legt Wert auf die kleinen Dinge des Alltags, die so oft viel besser zu erklären wissen, wie eine Nation tickt, wo sie herkommt und wo sie hin zu gehen gedenkt. Ohne die Sensation zu suchen oder dem Spektakel zu verfallen und trotzdem ohne langweilig zu werden.

24 Stunden Südafrika ist Fernsehen wie ich es mir wünsche
und war für mich persönlich die Gelegenheit, mich am grössten Fernsehsender Europas zu reiben. Es hat viel Kraft gekostet, innerhalb von 4 Monaten 1440 Minuten Sendeinhalt in einer Senderstruktur zu generieren. Aber am Ende bleibt das Gefühl, es geschafft zu haben und natürlich wieder unendlich viel dazu gelernt zu haben - auch wie Fernsehen funktioniert.

Videojournalisten und Autoren
Carsten Behrendt, Hildegard Buder-Monath, Ulrike Eichin, Katrin Eigendorf ,Thomas Gill, Daniel Moj, Martina Roßkopf, Stefanie Schoeneborn, Winfried Schnurbus, Birgitta Schülke, Andreas Weise, Hans Zimmermann

Kamera
Byron Blunt, Andreas Buhrow, Boris Friedel, Nils Keber, Jürgen Rapp, Ian Robbie, Peter Voigt

Schnitt
Laszlo Bredy, Klaus Eichler, Peter Hassinger, Mark Hoffmann, Christian Jung, Konrad Kirstein, Martin Lehnert, Eva Littau, Jonathan Schaider, Lodur Tettenborn, Kirstin Weber, Niko Zakarias

Redaktion
ZDF/ZDFinfokanal
Lisa Borgemeister
Andrea Gries,

Leitung der Sendung
Claudia Ruete
Peter Wagner

Regie
Lukas Schmid

Gezeigt
ZDF/ZDFinfokanal 2010
2011 New York Festivals Television and Films award, Bronze World Medal

KAMINER GOES KAUKASUS

2nd April 1994

(Touristischer Lehrfilm|60min|2009)

Wladmimir Kaminer kennen viele Menschen. Den Kaukasus nur wenige. Und Wladimirs kaukasische Schwiegermutter kennt praktisch niemand, nimmt man die Familie des Schriftstellers und die Einwohner des Dorfes Borodinowka an der Steppenstraße im Bezirk Mineralowodski innerhalb des Bezirks Stawropolsky einmal aus. Das ist höchst bedauerlich, denn sowohl der Kaukasus als auch die Schwiegermutter stecken voller Geschichten.

Sie erfahren, wie die russische Volkspost funktioniert, die mit der normalen Post nichts zu tun hat. Man lernt, dass im Kaukasus Melonen als Beeren betrachtet und in männliche und weibliche unterschieden werden. Natürlich geht es auch um Sitten und Gebräuche, die man kennen sollte, um als Besucher keine bösen Überraschungen zu erleben. Der exotische Appeal dieses Landstrichs blieb auch dem deutschen Fernsehen nicht verborgen, und so zieht Wladimir Kaminer aus, um eine Dokumentation über die Gegend und ihre Bewohner inklusive seiner Schwiegermutter zu drehen. Prompt steht ganz Borodinowka kopf…

Durch Wladimirs Augen den Kaukasus zu erleben, das war ein grosses Vergnügen - nicht nur wenn die Kamera lief. Auch weil mich bei diesem Film meine ehemalige Kommilitonin Tamara Milosevic unterstützt hat: Unser erster gemeinsamer Film und gleich vom KGB verhaftet…

Regie, Kamera, Schnitt
Lukas Schmid

Ton
Tamara Milosevic

Produktion
Gerd Haag, TagTraum

Redaktion
Sabine Rollberg, WDR

Gezeigt
WDR/arte 2009

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